Osteopathie für Hunde

Auch bei der Osteopathie gibt es viele Parallelen vom Humanbereich zur Osteopathie für Tiere.

Zunächst einmal handelt es sich bei dem Begriff um eine Zusammensetzung der Worte Osteon (griech. Knochen) und Pathos (die Fähigkeit, Leiden oder Gefühle zu erregen.) Es geht jedoch nicht ausschließlich um „Knochenleiden“, sondern um die Verbindung des Bewegungsapparates zu) verschiedenen Erkrankungserscheinungen. Bereits Galen (131–201 n.Chr.) und Paracelsus (1493–1541) und andere bekannte Gelehrte stellten fest, dass Organveränderungen auch Veränderungen seiner Funktion verursachen können. Auch Andrew Taylor Still (1828-1917) konnte eine Verbindung zwischen Wirbelblockaden und Krankheitsbildern feststellen. Und baute die bisherigen Ansätze der Osteopathie weiter aus. „Osteopathie ist eine ganzheitliche Heilkunst, deren Werkzeug die Hände des Therapeuten sind.“*

Durch die Behandlung von Fehlspannungen im Körper wird dieser angeregt die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

Der Osteopathie liegen 4 Prinzipien zu Grunde:

  1. Leben ist Bewegung und Fluktuation. Der Körper benötigt Bewegung, um zu funktionieren. Hierbei sind sowohl die Bewegungen der Gelenke als auch Bewegungen innerhalb des Körpers wie Atmung, Blutzirkulation etc. gemeint.
  2. Selbstheilung: Jeder Körper verfügt über eigene Heilungskräfte. Der Osteopath versucht diese gezielt zu unterstützen.
  3. Der Körper ist eine Einheit.
  4. Die Struktur beeinflusst die Funktion und diese wiederum beeinflusst den Zustand der Struktur. Fehlfunktionen beeinflussen das Gewebe, welches die Organe umgibt. Das wiederum kann Veränderungen in der Form und Struktur des Organs zur Folge haben. ZB: Wirbelblockaden in der Brustwirbelsäule können die Atmung erschweren / verlangsamen, damit verlangsamt sich der Stoffwechsel. Die Verdauung wird erschwert und dies wirkt sich auf das Gewebe im Darm aus.

Die Osteopathie unterteilt sich in mehrere Hauptbereiche

Die parientale Osteopathie bezieht sich auf den Bewegungsapparat: Knochen, Gelenke, Sehnen, Bänder, Nerven, Faszien und untersucht in erster Linie Bewegungseinschränkungen, die dann gezielt behandelt werden.

Das Viszerale System wiederum befasst sich mit den inneren Organen. Hier steht die Eigenbewegung der Organe im Vordergrund. Die Organe müssen sich in ihrem eigenen bzw. im Atemrhythmus bewegen können.

Dazu kommt dann noch das kraniosacrale System. Dieses Umfasst den Schädel und das Kreuzbein. Bede sind durch Strukturen (Hirn- /Rückenmarkshäute) miteinander verbunden. Ähnlich wie bei einem Seilzug übertragen sich die Bewegungen in beide Richtungen.

„Alles Leben ist Bewegung. Dort, wo Bewegung gestört ist, beginnt Krankheit.“ (Andrew Taylor Still, Begründer der Therapieform)**

Quellen:
*Könneker, Henrike. Osteopathie in der Kleintierpraxis (German Edition) . Sonntag. Kindle-Version. **Osteopathie bei Hunden, Christiane Gräff/ Silke Meermann, Ulmer Verlag, *** Ausbildungsunterlagen Bettina Oberstrass